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Die schleichende Gefahr: Sucht

Ein Feierabendbier zur Entspannung oder die Tablette zum Einschlafen. Kein Problem – oder doch?

Der Übergang von der ungesunden Gewohnheit zur Sucht ist fließend und geschieht oft unbemerkt. Dabei ist Sucht – die Abhängigkeit von bestimmten Substanzen oder Verhaltensweisen – eine Art Volkskrankheit. Der Bundesdrogenbeauftragte schätzt, dass rund 8,2 Millionen Erwachsene abhängig sind.

Illustration einer Hand, die Tablettenblister hält

„Die Suchterkrankung entwickelt sich in der Regel im Stillen über einen längeren Zeitraum, was sie für Betroffene, Angehörige, Freundinnen und Freunde oder Kolleginnen und Kollegen schwer erkennbar macht“, erklärt Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der vivida bkk. „Von einer Suchterkrankung spricht man, sobald Verhaltensweisen oder der Konsum bestimmter Substanzen das alltägliche Leben einer Person negativ beeinflussen.“ Nicht nur körperliche Folgen spielen eine Rolle, sondern auch die mentale Gesundheit und Beziehungen zu anderen Menschen können betroffen sein. „Sucht kann sich bei jedem Menschen unterschiedlich äußern“, sagt Hantke. Abhängigkeitserkrankungen betreffen jedoch nicht nur den Erkrankten selbst, vielfach leiden Angehörige ebenfalls massiv unter der Situation.

Gesichter der Sucht

Ob Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Glücksspiel oder exzessive Internetnutzung: Sucht hat viele Gesichter und kann schwerwiegende Folgen haben. „Leider werden betroffene Personen meist stigmatisiert. Eine Sucht ist immer eine Erkrankung und keine moralische Schwäche oder ein ‚krimineller Zustand‘“, betont die Ärztin. Steht das Suchtmittel nicht zur Verfügung, können körperliche und psychische Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüche, Zittern, Schlaflosigkeit, Unruhezustände, Angst und depressive Verstimmungen auftreten.

Wege zur Genesung

„Glücklicherweise gibt es Wege zur Hilfe und Unterstützung für Menschen, die mit Sucht zu kämpfen haben. Der erste Schritt ist, das Problem für sich selbst anzuerkennen und professionelle Hilfe zu suchen“, sagt Hantke. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und müssen individuell angepasst werden. „Dabei ist es wichtig, dass man die körperlichen, mentalen und auch sozialen Aspekte einer Sucht im Blick hat. Beratungsangebote, ambulante und stationäre Therapie, Rehabilitation und Selbsthilfegruppen sind die wesentlichen Pfeiler einer qualifizierten Entgiftung und Entwöhnungsbehandlung“, erklärt Hantke. „Wichtig ist: Je früher man anfängt, sich der Sucht zu stellen, desto größer sind die Erfolgsaussichten.“ Sich von der Sucht zu befreien, erfordert von dem Betroffenen Geduld, Durchhaltevermögen und die Akzeptanz eventueller Rückschläge. Der Weg lohnt sich und verbessert nicht nur die soziale Situation, sondern verlängert die Lebenszeit.

Sucht ist nicht gleich Sucht

Substanzbezogen oder verhaltensbezogen: Sucht kann sich ganz unterschiedlich äußern.

Man unterscheidet zwischen substanzbezogenen und verhaltensbezogenen Süchten. Bei substanzbezogenen Abhängigkeiten spielt der Konsum von psychoaktiven Substanzen wie Alkohol oder Cannabis eine zentrale Rolle. Diese Stoffe beeinflussen das Bewusstsein und die Psyche und können zu physischer und psychischer Abhängigkeit führen. Die verhaltensbezogene Abhängigkeit zeigt sich als exzessiver Drang, ein bestimmtes Verhalten auszuüben, beispielsweise Spielsucht. Von Sucht Betroffene können mit der Zeit ihr Verhalten immer schlechter kontrollieren. Wichtig ist zu wissen, dass auch mehrere Suchterkrankungen gleichzeitig auftreten können und jeder Mensch individuelle Hilfe benötigt.

Man unterscheidet zwischen substanzbezogenen und verhaltensbezogenen Süchten. Bei substanzbezogenen Abhängigkeiten spielt der Konsum von psychoaktiven Substanzen wie Alkohol oder Cannabis eine zentrale Rolle. Diese Stoffe beeinflussen das Bewusstsein und die Psyche und können zu physischer und psychischer Abhängigkeit führen. Die verhaltensbezogene Abhängigkeit zeigt sich als exzessiver Drang, ein bestimmtes Verhalten auszuüben, beispielsweise Spielsucht. Von Sucht Betroffene können mit der Zeit ihr Verhalten immer schlechter kontrollieren. Wichtig ist zu wissen, dass auch mehrere Suchterkrankungen gleichzeitig auftreten können und jeder Mensch individuelle Hilfe benötigt.

12

Millionen Menschen in Deutschland rauchen.

1,6

Millionen Menschen sind alkoholabhängig.

2,3

Millionen Menschen sind von Medikamenten abhängig.

600

Tausend Menschen weisen einen problematischen Konsum von Cannabis und anderen illegalen Drogen auf.

500

Tausend Menschen zeigen ein problematisches oder sogar krankhaftes Glücksspielverhalten.

560

Tausend Menschen sind onlineabhängig.

Haben Sie den Eindruck, dass bei Ihnen oder Angehörigen eine Sucht besteht, und wünschen sich Hilfestellung und Beratung? Bei komplexen Fragestellungen können Ihnen unsere Gesundheitsbegleiterinnen Hilfsangebote vorstellen, Anlaufstellen vermitteln und Sie im Bedarfsfall auf Ihrem Weg in ein suchtfreies Leben begleiten. Weitere Informationen zu Beratungsangeboten unter: www.vividabkk.de/sucht

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