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Die Klärwerke unseres Körpers

Die Nieren

Die Nieren sind unsere persönliche Reinigungsanlage – und lebenswichtige Organe. Sie sind wahre Tausendsassa, weil sie unseren Körper entgiften, den Blutdruck sowie den Säure-Basen-Haushalt regulieren, für einen ausgeglichenen Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt sorgen, die Bildung roter Blutkörperchen regeln und außerdem noch Hormone und Enzyme produzieren.

Die Liste ihrer Aufgaben ist lang. Ihre größten Feinde sind Bluthochdruck und Diabetes mellitus, Nikotin sowie salz- und zuckerreiche Ernährung. Was viele nicht wissen: Auch Medikamente greifen das Nierengewebe an – vor allem rezeptfreie Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen sollte man mit Bedacht einnehmen. Nieren erkranken leise und häufig ohne Schmerzen, so dass Nierenerkrankungen oft lange Zeit unentdeckt bleiben. Umso wichtiger sind ein gesunder Lebensstil und regelmäßige Kontrollen beim Arzt oder bei der Ärztin.

Eine Frau trinkt nach dem Sport aus einer Wasserflasche. Im Text geht es darum, was den Nieren gut tut.

Alles in Ordnung? Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorge: www.vividabkk.de/check-up

Tipps zur Nierengesundheit


1. Bleiben Sie aktiv
Täglich körperliche Bewegung tut den Nieren gut.

2. Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker
Gerade für an Diabetes mellitus Erkrankte gilt es, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.

3. Blutdruck regelmäßig messen
Hoher Blutdruck schadet auf Dauer den Nieren und sollte behandelt werden.

4. Gesunde Ernährung
Übergewicht, viel Salz und häufiger Alkoholkonsum zählen zu den Risikofaktoren.

5. Ausreichend trinken
Mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag – am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Alkohol nur in Maßen genießen.

6. Rauchen abgewöhnen
Nikotin schadet den Nieren – jede Zigarette ist eine zu viel.

7. Schmerzmittel bewusst dosieren
Schmerzmittel können, über einen längeren Zeitraum eingenommen, die Nieren krank machen.

8. Bei Verdacht zum Arzt oder zur Ärztin
Risikopatienten sollten regelmäßig ihre Nierenfunktion überprüfen lassen.

Aufbau unserer Nieren

Kleine, aber leistungsstarke Klärwerke für unseren Körper

Jeder Mensch besitzt in der Regel zwei Nieren, die in ihrer Form großen Bohnen ähneln. Ihre Oberflächen sind meist glatt und sie sind stark durchblutet. Sie sind etwa neun bis zwölf Zentimeter lang und vier bis sechs Zentimeter breit – etwa so groß wie eine geballte Faust. Jede wiegt zwischen 135 und 150 Gramm und sie liegen links und rechts neben der Wirbelsäule, etwa in Höhe der unteren Rippen. Vor Stoßverletzungen schützt die Nieren eine Fettschicht und ein darüber liegendes straffes Gewebe.

Das Innere der Nieren
Die Nieren lassen sich in drei Bereiche unterteilen: Außen ist die Nierenrinde, darunter befinden sich Nierenmark und Nierenbecken, die im Bereich der Nierenpforte liegen. Durch diese verläuft die Nierenarterie, die das sauerstoffreiche und mit Abfallstoffen beladene Blut in die Nieren bringt, die Nierenvene schickt das sauerstoffarme und gereinigte Blut wieder heraus. Weil die Nieren ständig arbeiten, sind sie stärker durchblutet als die Leber oder der Herzmuskel.

Aufgaben der Nieren
Rund 1.800 Liter Blut filtern unsere Nieren täglich. Dabei trennen sie brauchbare Stoffe von denen, die ausgeschieden werden müssen, wie Schadstoffe und Rückstände von Medikamenten. Eine Million Nephra (Mehrzahl von Nephron), die kleinsten funktionellen Einheiten der Nieren, sammeln die Abfallstoffe und vermischen sie mit Wasser – dabei entsteht Urin. Über den Harnleiter (Ureter) wird der Urin dann in die Harnblase geleitet und von dort aus dem Körper ausgeschieden.

Im Alter nimmt die Nierenfunktion ab. Ein ungesunder Lebensstil kann das noch beschleunigen.

3 Fragen an Prof. Dr. Julia Weinmann-Menke

Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e.V.

Neun Millionen Nierenkranke allein in Deutschland – wieso ist die Zahl so hoch?
Viele Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck, aber auch Übergewicht, schädigen die Nieren. Daher haben auch viele Menschen eine eingeschränkte Nierenfunktion. Wichtig ist es, sie rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, damit die Nierenfunktion nicht so weit abnimmt, dass eine Dialyse oder eine Nierentransplantation nötig wird. Verschiedene Medikamente können den Nierenfunktionsverlust wirksam aufhalten, wenn sie rechtzeitig eingesetzt werden.

Was müsste sich ändern, damit weniger Menschen erkranken?
Grundsätzlich trägt eine gesündere Lebensweise zum Erhalt der Gesundheit bei – auch der Nierengesundheit. Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck sollten unbedingt auf ihre Blutdruck- bzw. Blutzuckerwerte achten. Wichtig ist zudem die regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte, damit das Zeitfenster für die krankheitsaufhaltende Therapie nicht verpasst wird.

Wie erfolgt die Überprüfung der Nierenwerte?
Der Hausarzt erhebt die Nierenfunktion anhand eines Laborwertes im Blut. Weicht er ab, wird zusätzlich ein Urintest gemacht. Der zeigt an, wie schnell die Nierenkrankheit weiter voranschreitet.

9. März 2023

war Weltnierentag, um auf die Häufigkeit und die Auswirkungen von chronischen Nierenerkrankungen aufmerksam zu machen.

1.800 Liter

Blut fließen täglich durch die Nieren. Das entspricht etwa zehn vollen Badewannen.

9 Millionen

Menschen mit einer chronischen Nierenkrankheit gibt es in Deutschland.

4 – 6 Zentimeter

Querdurchmesser hat eine einzelne Niere, während der Längsdurchmesser zehn bis zwölf Zentimeter beträgt.

3 Tage

hintereinander und höchstens zehnmal im Monat lautet die Faustregel für die Obergrenze bei der Selbstmedikation mit Schmerzmitteln.

Das tut den Nieren gut

Gute Ernährung, Zeit für Ruhepausen und ausreichend Bewegung fördern die Gesundheit unserer Nieren.
Ein Bündel Bananen. Eine Scheibe Brot mit Gurken belegt.
Ernährung

Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse sowie ausreichend ungesüßte Getränke tun den Nieren gut – generell gilt das für fettarme, pflanzliche und ballaststoffreiche Lebensmittel. Je unschädlicher und nützlicher die Stoffe sind, die aufgenommen werden, desto weniger Arbeit haben die Nieren. Sind die Nieren bereits geschädigt, sollten Sie nur sparsam salzen. In Fertiggerichten versteckt sich häufig viel Phosphat. Auch tierische Produkte sollten Sie reduzieren. Eine bewusste Zubereitung – wie das Garen in Wasser – verhindert einen hohen Kaliumspiegel, der ebenfalls schädlich für die Nieren ist.

Eine Frau beim Yoga im Schneidersitz.
Entspannung

In Stress-Situationen produzieren die Nebennieren Hormone, die den Herzschlag erhöhen und den Blutdruck hochtreiben. Das kann die Organe auf Dauer schädigen. Gönnen Sie sich immer wieder Pausen und kommen Sie zur Ruhe. Atemübungen können beim Entspannen helfen. Auch Yogaübungen, wie der oben gezeigte Drehsitz, können die Nieren- und Leberfunktion stimulieren. Die Nieren reagieren zudem empfindlich auf niedrige Temperaturen. Warme Kleidung gerade im Rückenbereich und ab und zu eine Wärmflasche auf die Nieren tun gut.

Eine Frau geht in Sportklamotten.
Bewegung

Darf es ein bisschen mehr sein? Bei der Bewegung immer – denn ein aktives Leben macht den Körper stark. Bereits täglich strammes Gehen fördert die Widerstandsfähigkeit und kann bei einer Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) den Krankheitsverlauf verzögern. Ist die Nierenschwäche bereits fortgeschritten, ist ein individuelles Sportprogramm sinnvoll. Gesunde Menschen sollten ausreichend Bewegung in ihren Alltag integrieren. Erledigen Sie Ihre Einkäufe mit dem Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß zur Arbeit. Sie telefonieren viel? Dann laufen Sie währenddessen im Zimmer auf und ab

Nieren erkranken leise

Eine Nierenerkrankung kann symptomfrei verlaufen – treten Beschwerden auf, sind die Nieren oft schon stark geschädigt.

Schäden an den Nieren sind gefährlich, weil sich Nierenzellen nicht vollständig regenerieren.

Bei rechtzeitiger Diagnose bestehen aber gute Chancen, die Funktionsfähigkeit der Nieren zu erhalten. Zwischen 18 und 34 Jahren übernimmt die vivida bkk die Kosten für einen Gesundheits-Check-up. Ab dem 35. Lebensjahr ist die Rundum-Untersuchung alle drei Jahre möglich. Hier wird nach Ursachen für chronische Nierenerkrankungen wie mögliche Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Diabetes mellitus gesucht.

Weisen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin auf mögliche Risikofaktoren wie Alter, Gewicht, Bluthochdruck oder viel Stress hin.

Organspende: ja oder nein?

Ein sensibles Thema – wir beantworten die häufigsten Fragen.

Brauche ich einen Organspendeausweis?
Der Organspendeausweis ist keine Pflicht, aber Sie können damit Ihre Entscheidung festhalten – und zwar ob Sie Organe spenden möchten oder eben nicht. So wissen Ärztinnen und Ärzte im Falle Ihres Todes Bescheid und Ihre Angehörigen werden nicht vor diese schwere Entscheidung gestellt. Der Entschluss kann auch in einer Patientenverfügung festgehalten werden. Ein Organspendeausweis schafft Klarheit und eine Entlastung bei späteren Entscheidungen – auch für Angehörige.

Wo bewahre ich den Organspendeausweis auf?
Am besten tragen Sie ihn stets bei sich, beispielsweise im Portemonnaie. Ihre Entscheidung kann aus rechtlichen Gründen nicht zentral gespeichert werden.

Wo bekomme ich einen Organspendeausweis?
Der Organspendeausweis ist in vielen Arztpraxen und Apotheken erhältlich. Sie können ihn aber auch unter www.organspende-info.de bestellen oder sich den Ausweis als PDF-Dokument herunterladen, ausdrucken und den Vordruck ausschneiden und ausfüllen.

Ab welchem Alter kann ich meine Entscheidung dokumentieren?
Jugendliche ab 16 Jahren können ihre Entscheidung zur Organ- und/oder Gewebespende auf dem Ausweis dokumentieren. Eine Willenserklärung dagegen kann man bereits ab dem 14. Lebensjahr abgeben. Ein allgemeines Höchstalter für eine Organspende gibt es nicht. Entscheidend ist der Gesundheitszustand.

Was ist eine Lebendorganspende?
Neben der Organspende nach dem Tod können Organe in Deutschland auch zu Lebzeiten gespendet werden. Dies kommt am häufigsten bei einer Nierenspende, seltener bei anderen Organen in Frage. Voraussetzung ist, dass die Spenderin oder der Spender zwei gesunde Nieren und einen guten Gesundheitszustand vorweist und bestimmte Gewebemerkmale übereinstimmen. Darüber hinaus ist die Lebendorganspende nur zulässig, wenn sich die spendende und die empfangende Person nahestehen, beispielsweise bei Verwandten ersten oder zweiten Grades, Verlobten, Lebenspartnerinnen und -partnern oder Personen, die sich offensichtlich in persönlicher Verbundenheit nahe sind. Finanzielle Erwägungen dürfen keine Rolle spielen.

Wann werden Organe entnommen?
Die Kriterien für die Organspende sind sehr streng. Bevor Organe für eine Spende entnommen werden, muss von zwei erfahrenen und speziell ausgebildeten Ärzten unabhängig voneinander der Hirntod festgestellt werden. Bei einer Lebendspende einer Niere wird vorher der Gesundheitszustand der spendenden Person untersucht.

Telefonische Beratung

Fragen rund um Nierenerkrankungen werden am kostenfreien Nierentelefon beantwortet: 0800 248 48 48 (mittwochs 16.00 – 18.00 Uhr)

Mehr Informationen unter www.bundesverband-niere.de

Für unsere Kundinnen und Kunden stehen rund um die Uhr Fachleute an der MedHotline zu medizinischen Fragen zur Verfügung: 0800 3755 3755 3 (kostenfrei für Mobilfunk/Festnetz)

Fragen rund um das Thema Organspende können Sie am kostenfreien Infotelefon der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellen. Sie erreichen das Infotelefon unter: 0800 904 04 00 (montags bis freitags 9.00 – 18.00 Uhr)

Weitere Informationen zur Organspende haben wir unter www.vividabkk.de/organspende für Sie zusammengestellt.

Mit Organspenden Leben retten

Nieren sind die am häufigsten für eine Transplantation benötigten Organe.

Die meisten Menschen, die auf eine Organspende angewiesen sind, warten auf eine Niere. Aber auch andere Organe wie Leber, Lunge und Herz werden dringend benötigt. Weil weniger Organe gespendet als benötigt werden, werden Patientinnen und Patienten in den Transplantationszentren auf eine Warteliste gesetzt. Um auf die Warteliste zu gelangen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Beispielsweise dass eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt, andere Behandlungen keine Verbesserung mehr bringen und der Patient gesundheitlich stabil genug für die Operation ist.
(Zahl der Personen auf der Warteliste, Stand 31.12.2022 (Quelle: Stabstelle Statistik, Deutsche Stiftung Organtransplantation))

Illustration Nieren.
Illustration Leber.
Illustration Herz.
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Illustration Bauchspeicheldrüse.
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