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Gesundheit lernt man fürs Leben

Interview mit Siegfried Gänsler

Ausgabe 01/26

Gangnam Style, Maya-Kalender, Stratosphären-Sprung – das waren die Trends 2012 als die Schwenninger Krankenkasse (heute vivida bkk) ihre Stiftung gründete. Siegfried Gänsler, Vorstandsvorsitzender von „Die Gesundarbeiter – Zukunftsverantwortung Gesundheit“, war von Anfang an dabei. Im Interview berichtet er, warum ihm die Stiftungsarbeit am Herzen liegt.

Herr Gänsler, wie kam es zu dem Namen „Die Gesundarbeiter – Zukunftsverantwortung Gesundheit“?
Der Name bringt unser zentrales Anliegen auf den Punkt: Jede und jeder kann etwas für seine Gesundheit tun, beispielsweise durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und bewusste Entspannung. „Zukunftsverantwortung Gesundheit“ macht deutlich, dass wir heute die Weichen für morgen stellen und Verantwortung für eine gesunde Gesellschaft übernehmen möchten. Was wir heute über Gesundheit lernen, trägt Früchte für den Rest unseres Lebens.

Warum gründete die vivida bkk damals als erste Krankenkasse eine eigene Stiftung?
Die Stiftung eröffnet uns zusätzliche Möglichkeiten, unser Tätigkeitsfeld im Bereich der Prävention zu erweitern. Wir möchten mit den Stiftungsprojekten neue Wege gehen und dabei stark in Netzwerken agieren. Deswegen arbeiten wir mit Schulen, Unternehmen und anderen Partnern zusammen – denn Gesundheit ist Teamarbeit.

Ihr Ziel ist eine „gesunde Gesellschaft für alle“. Wie setzen Sie das um?
Wir holen Menschen dort ab, wo sie sind: in der Schule, auf der Arbeit und in ihrer Freizeit. In unseren Projekten lernen sie, was ihrem Körper guttut. Seit Beginn der Stiftungsarbeit setzen wir uns zudem für ein Schulfach „Gesundheit“ ein. Denn damit würden wir alle Kinder erreichen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, familiärem und sozialem Hintergrund.

Siegfried Gänsler
ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Die Gesundarbeiter – Zukunftsverantwortung Gesundheit“ und Vorstand der vivida bkk. Er war maßgeblich an der Gründung der Stiftung im Jahr 2012 beteiligt und begleitet sie seitdem.

Warum sind Ihnen Kinder und Jugendliche so wichtig?
Die Prägungen aus Kindertagen beeinflussen unsere Alltagsroutinen entscheidend. In jungen Jahren erworbene gesunde Praktiken wirken bis ins hohe Alter. Außerdem geben Kinder ihr Wissen weiter – an Geschwister, Eltern und Freunde. Kinder, die auf sich achten, kommen besser durch schwierige Zeiten. Sie sind ausgeglichener und gesünder. Das ist besonders wichtig, weil psychische Belastungen bei Jugendlichen stark zunehmen.

Sie geben mit der Stiftung auch regelmäßig Studien in Auftrag. Was zeigen diese?
er aktuelle Kindergesundheitsbericht, den wir mit mehreren Partnern herausbringen, macht deutlich: wir haben zu wenig Kinderärzte, vor allem in ländlichen Regionen, und zu lange Wartezeiten bei Fachärzten der Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das ist ein strukturelles Problem, weil medizinisches und pegerisches Fachpersonal für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen fehlt. Unsere Studien „Zukunft Gesundheit“ zeigen seit mehr als zehn Jahren: Sich gesund zu ernähren oder zu bewegen und Stress im Alltag fordern junge Menschen heraus. Diese Studien helfen uns, die Projekte und die Arbeit in der Stiftung auf die aktuellen Bedürfnisse auszurichten.

Wie hat sich die Arbeit der Stiftung im Lauf der Jahre verändert?
Gesundheitskompetenz wird immer wichtiger. Wir müssen lernen, wo wir verlässliche Gesundheitsinformationen finden. Denn im Internet kursieren täglich unzählige fragwürdige und teilweise gefährliche „Gesundheitstipps“. Gleichzeitig beschäftigen Zukunftsängste viele Jugendliche: Ängste vor Kriegen, Klimawandel oder wirtschaftlichen Sorgen. Dafür haben wir ein Schulungsangebot speziell für Lehrkräfte und Pädagoginnen und Pädagogen entwickelt.

Weitere Informationen zur Stiftung: www.stiftung-gesundarbeiter.de

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Dass Gesundheit in der Schule genauso selbstverständlich wird wie Mathe oder Deutsch. Dass alle Kinder die gleichen Chancen auf ein gesundes Leben haben. Und dass wir mit unserer Stiftung weiter wertvolle Impulse für eine gesunde Gesellschaft geben können.

SCHULUNG

Gehirn-Körper-Training

Konzentrationsschwäche und Bewegungsmangel sind wachsende Herausforderungen im Schulalltag. Die Grundschule Brigachtal bei Villingen-Schwenningen setzt dem nun die Brainkinetik-Methode entgegen. Unterstützt durch die Stiftung „Die Gesundarbeiter – Zukunftsverantwortung Gesundheit“ absolvierten die Lehrerinnen und Lehrer die Multiplikatoren-Schulung zum Gehirn-Körper-Training. „Wir haben am Tag darauf gleich Übungen in den Unterricht integriert“, erzählt Birgit Stadler, stellvertretende Schulleiterin. „Die Übungen bringen die Schülerinnen und Schüler in Bewegung. Sie ermöglichen schnelle Erfolgserlebnisse und machen großen Spaß.“ Interessierte Schulen und Kitas können sich melden unter: info@stiftung-gesundarbeiter.de

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