
Etwas tönt immer in Frank Maierhofs Freizeit: Mal ist es die Sirene der Freiwilligen Feuerwehr Dietershausen, mal ist es seine Trompete oder sein Flügelhorn, die er im örtlichen Musikverein Haunequelle oder im Geselligkeitsverein Nordend Fulda spielt. Oft genug ist es auch sein Handy, das sich meldet – eine neue Nachricht: an ihn als Mitglied des Pfarrgemeinderats, als zweiter Vorsitzender des Musikvereins oder als Mitglied des Grundschulfördervereins, des Fußballvereins, der Kirmesgesellschaft, des Vereins Dorfleben und eines Geselligkeitsvereins.
„Ja, ich glaube, man kann mich schon als Vereinsmeier bezeichnen“, lacht Maierhof, der für die vivida bkk im Team Digitalisierung und Automatisierung arbeitet. „Ich bin das aber sehr gerne. Wenn man einmal ehrenamtlich aktiv ist, merkt man, wie viel man für die Allgemeinheit tun kann. Man gibt viel – aber man bekommt auch sehr viel zurück.“
Ressourcen für unsere Gesundheit
Ehrenamtler und Engagierte gibt es – glücklicherweise – hunderttausendfach in Deutschland, und fast alle erzählen von den gleichen Beweggründen: etwas geben, Gutes tun, die Gemeinschaft unterstützen. Fast beiläufig bekommen sie aber auch etwas dafür: „Ehrenamt stiftet Sinn – und Sinnstiftung ist eine der stärksten Ressourcen für unsere Gesundheit“, sagt Katarina Peranić, Vorsitzende der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE).
„Wer sich engagiert, tut also nicht nur anderen etwas Gutes, sondern stärkt meist auch das eigene Wohlbefinden.“
Ehrenamt tut gut
Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit als körperliches, mentales und soziales Wohlbefinden. Ehrenamt verbindet oft alle drei Aspekte. Besonders sichtbar wird das im Sport: „Wenn ich ehrenamtlich aktiv bin, bewege ich mich, bin unter Leuten, erlebe positive Herausforderungen – das ist Gesundheitsförderung in Reinform“, sagt a Peranić.
Tatsächlich ist der organisierte Sport das größte Ehrenamtsfeld Deutschlands: Rund 88.000 Sportvereine bieten Millionen Menschen die Chance, sich gemeinsam zu bewegen. Wer dort Verantwortung übernimmt, wird Teil einer sozialen Infrastruktur, die weit über den Platzrand hinausreicht. Studien belegen, dass Menschen, die sich freiwillig engagieren, im Durchschnitt gesünder und zufriedener sind. Freiwilligenarbeit kann sich positiv auf den Blutdruck, die Stressverarbeitung und das psychische Wohlbefinden auswirken. Das ist keine Einbahnstraße: Engagement kann uns gesund halten, gleichzeitig engagieren sich gesunde Menschen auch eher.
Gemeinsam statt einsam
Ehrenamtliches Engagement ist auch ein starkes Gegenmittel gegen soziale Isolation – ein Phänomen, das in unserer digitalisierten und oft anonymen Gesellschaft zunimmt. Wer sich in einer Gruppe engagiert, findet Gemeinschaft, erlebt Zugehörigkeit und bekommt regelmäßig Rückmeldung und Wertschätzung. „Gerade ältere Menschen oder Berufstätige im Homeoffice profitieren davon, wenn sie über ihr Engagement wieder mehr reale Kontakte knüpfen“, betont Peranić. „Soziale Bindungen sind ja auch ein Schlüsselfaktor für unsere Gesundheit.“
Tatsächlich stärkt ein gesundes soziales Umfeld das Immunsystem – ähnlich stark wie Bewegung oder gesunde Ernährung. Das gilt auch für jüngere Generationen: Bei ihnen kann Ehrenamt einen Ausgleich zur allgegenwärtigen digitalen Welt bilden – statt endlos zu scrollen, lieber gemeinsam anpacken. Denn wer zusammen etwas schafft, fühlt sich verbunden.
Ehrenamt muss ins Leben passen
„Wenn man in so vielen Vereinen wie ich aktiv ist, lernt man, was Gemeinschaft – vor allem auf dem Dorf – wirklich bedeutet. Zusammen etwas zu bewegen, das fühlt sich gut an“, sagt Maierhof. „Das klappt in so einem Ausmaß aber auch nur, wenn Familie, Arbeitgeber und die Vereine selbst mitziehen und Freiräume geben.“ Sprich: Wenn die Feuerwehrsirene während der Arbeitszeit klingelt, dann muss Maierhof lossprinten können, ohne auf grünes Licht vom Arbeitgeber zu warten. Und wenn er an sechs von sieben Wochentagen abends unterwegs ist, muss das auch die Familie mittragen. „Das Ehrenamt muss ins Leben passen, sonst ist keinem geholfen“, ist sich Maierhof sicher.

Engagement in kleinen Dosen
Karen Bauer, Teamleiterin Heilmittel-Kostenerstattung und DMP bei der vivida bkk, hat einen anderen Zugang zum Thema ehrenamtliches Engagement. Sie engagiert sich nicht langfristig und tagtäglich, sondern mehrmals im Jahr projektweise, etwa bei der gemeinnützigen Organisation tatkräftig e. V. oder der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg. Beide Organisationen stellen Projekte auf die Beine, die einen Tag lang laufen und damit auch für Berufstätige optimal in den Alltag zu integrieren sind. „Das reicht vom Streichen und Tapezieren der Wohnung einer benachteiligten Familie über Gartenprojekte bis hin zur Mithilfe bei einem Boccia-Turnier für Menschen mit Behinderung“, erklärt Bauer. Ihr stiftet das Ehrenamt regelmäßig eine Dosis Sinn. „Nach so einem Einsatz gehe ich nach Hause und denke: Das war anstrengend – aber auch ein richtig guter Tag. Ich habe mich bewegt, gelacht, Leute kennengelernt – und ich war nützlich. Das tut einfach gut.“
GESUNDHEITSBAUKASTEN
Den Helfenden helfen
Ehrenamtlich Engagierte übernehmen in Vereinen hierzulande mit viel Leidenschaft zusätzliche Aufgaben – neben Beruf und Privatleben. Der Gesundheitsbaukasten der vivida bkk bietet Vereinen zahlreiche Angebote rund um das Thema Gesundheit. Mit dem Modul „Gesundes Ehrenamt“ aus dem Gesundheitsbaukasten rücken wir gezielt ehrenamtlich Engagierte in den Mittelpunkt: In interaktiven Workshops zu Themen wie Selbstfürsorge, Achtsamkeit, Resilienz oder Stressmanagement vermitteln unsere Fachreferentinnen und Fachreferenten alltagsnahe Übungen, die das Wohlbefinden stärken. So bleibt das Engagement kraftvoll und die eigene Gesundheit im Fokus – denn gerade helfende Helden brauchen Unterstützung. Mehr Informationen unter: www.vividabkk.de/gesundheitsbaukasten
Sinn stiftet Stärke
Ehrenamtliches Engagement hält nicht nur sozial, sondern auch geistig fit. Wer sich einbringt, lernt ständig dazu – sei es, indem er Verantwortung übernimmt, neue Aufgaben meistert oder mit Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergründen zusammenarbeitet. Diese Vielfalt fordert und fördert kognitive Fähigkeiten, stärkt das Selbstvertrauen und kann laut Studien sogar vor mentalem Abbau im Alter schützen. Gleichzeitig wächst mit jeder Herausforderung auch die seelische Widerstandskraft: Wer erlebt, dass sein Handeln Wirkung zeigt und wer in einem Netzwerk von Gleichgesinnten eingebettet ist, entwickelt Resilienz – also die Fähigkeit, Belastungen besser zu verkraften. Engagement macht uns damit nicht nur kompetenter, sondern auch stabiler im Umgang mit Stress und Krisen.
TRIKOTAKTION
Trikots für Ihren Verein
Gemeinsam mit der vivida bkk können Vereine sich auch in diesem Jahr einen brandneuen Trikotsatz in ihren Vereinsfarben sichern: Ob Basketball, Fußball, Volleyball oder Handball – und egal, ob Damen- oder Herrenteam: Die vivida bkk sorgt dafür, dass alle perfekt ausgestattet auflaufen. Alle Informationen zu dieser Aktion unter: www.vividabkk.de/trikotsatz
Im Zweifel: Zeit nehmen
Ehrenamtliches Engagement wirkt besonders dann positiv, wenn es freiwillig, sinnvoll und gut organisiert ist. „Man darf Freiwilligenarbeit nicht verklären“, warnt Peranić. „Wenn sich Menschen überfordert fühlen oder die Aufgaben zu groß werden, kippt der Effekt – dann kann es uns gesundheitlich sogar belasten.“
Deutlich wurde das laut Peranić bei vielen engagierten Helfenden nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. „Wenn man drin ist, hilft, kommuniziert, körperlich arbeitet, merkt man oft gar nicht, wie sehr einen das belastet – das spürt man erst hinterher. Umso wichtiger ist es dann, sich wieder die Zeit zu nehmen, um zu regenerieren.“
Das beste Mittel gegen Überlastung sei es, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Freiwillige verdienten in unserer Gesellschaft zudem mehr Wertschätzung und Anerkennung – auch das motiviere neu und setze Kräfte frei.
Erster bundesweiter Ehrentag
Neben dem individuellen Wohlbefinden jedes Einzelnen stärkt das Ehrenamt auch die gesellschaftliche Gesundheit. „Deutschland lebt vom Mitmachen: 28,8 Millionen Menschen engagieren sich hierzulande freiwillig – das sind rund 40 Prozent der Bevölkerung. Sie halten in unserer Gesellschaft das Rad am Laufen“, sagt Peranić. „2026 soll das Ehrenamt deshalb erstmals auch offiziell gefeiert werden.“
Zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes ruft Bundespräsident FrankWalter Steinmeier am 23. Mai 2026 den ersten bundesweiten Ehrentag ins Leben. „Die Aktion soll nicht nur Danke sagen, sondern Menschen in ganz Deutschland ermutigen, selbst aktiv zu werden – sei es in der Nachbarschaft, im Verein oder mit einem eigenen kleinen Projekt“, erklärt Peranić. Überall im Land bereiten sich Vereine auf den Ehrentag vor – es gibt viel vorzubereiten, zu koordinieren und gemeinsam auf den Weg zu bringen. Das bedeutet: Auch in den kommenden Monaten wird es bei Frank Maierhof munter weitertönen.
Du machst was?!
Ob man nun Kassenwart beim lokalen Fußballverein ist oder Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr: Freiwilligenarbeit bringt unsere Gesellschaft – und meist auch uns selbst – voran. Wer nun sagt: „Da ist nichts nach meinem Gusto dabei“, hat wahrscheinlich nur noch nicht genug recherchiert. Hier ein paar ausgefallene Ehrenämter in Deutschland:
Fledermaus-Regionalbetreuer/-innen
Sie kümmern sich um den Fledermausschutz, zählen etwa die Tiere und überwachen die Quartiere. Außerdem beraten sie Bürgerinnen und Bürger bei Fragen rund um Fledermäuse.
Lese-Oma oder Lese-Opa
Für Seniorinnen und Senioren, die gerne (vor)lesen, ist dieses Ehrenamt wie geschaffen: In Schulen und Kitas liest man dabei zur Sprach- und Leseförderung – oder auch einfach mal zur Freude der Kids – aus Kinderbüchern vor.
Zugbegleiter/-innen bei Museumsbahnen
Sie sorgen bei nostalgischen Fahrten mit historischen Zügen für Sicherheit und gute Laune. Neben dem Fahrkartenkontrollieren erzählen sie oft auch spannende Geschichten über die Bahnvergangenheit und das jeweilige Fahrzeug.
Obstwiesenpfleger/-innen
Sie kümmern sich um den Erhalt alter Streuobstbestände, schneiden Bäume, pflegen die Wiesen und helfen bei der Ernte. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und zum Fortbestehen alter Obstsorten.
Turmuhr-Aufzieher/-innen
Sie kümmern sich um historische Kirchturm- oder Rathausuhren, die noch per Hand aufgezogen werden müssen. Mit viel Fingerspitzengefühl sorgen sie dafür, dass das Uhrwerk zuverlässig tickt und die Zeit im Ort nie stillsteht.
Wer mehr Inspiration braucht, wird oft über eines der vielen regionalen Freiwilligenportale im Internet fündig – oder über überregionale Angebote wie die Engagement-Plattform der Aktion Mensch, die Plattform GoVolonteer oder die App FlexHero.








