Das Herz leistet Tag für Tag Schwerstarbeit für uns: Es schlägt rund 100.000 Mal am Tag, versorgt unsere Organe und das Gewebe durchgehend mit Blut und damit auch mit lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff. Umso wichtiger ist es, mit einer herzgesunden Ernährung häufigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und unseren Motor im Mittelpunkt des Körpers so gut es geht zu unterstützen.
Warum so wichtig ist, was auf Ihrem Teller landet
Wenn es um Herzgesundheit geht, spielen nicht nur ausreichend Bewegung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine wichtige Rolle. Es gibt einen weiteren, sehr effektiven Schutzmechanismus für das Herz, den wir Tag für Tag aufs Neue in der Hand haben: die Ernährung. Sie beeinflusst die größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte maßgeblich.
Dabei geht es nicht automatisch um Verzicht und strenge Diäten, sondern um das bewusste Austauschen einfacher Bestandteile des täglichen Speiseplans. Schon ein paar kleine Stellschrauben genügen, damit der Blutdruck, die Blutfettwerte und das Körpergewicht in Balance kommen und bleiben.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. In Deutschland sind viele Millionen Menschen betroffen. 1,7 Millionen Menschen müssen wegen einer Herzerkrankung jährlich vollstationär behandelt werden. Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören unter anderem die koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Herzmuskelentzündungen und Herzrhythmusstörungen, aber auch angeborene Herzfehler.
Ernährung: Was dem Herzen guttut
Herzgesunde Ernährung muss weder teuer noch langweilig sein. Die richtige Mischung macht den Unterschied und Sie können mit wenig Aufwand Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Auch bereits Erkrankte profitieren von den günstigen Effekten einer gesunden Ernährungsweise und beeinflussen so ihren Krankheitsverlauf auf positive Weise.
Auf der Website der Deutschen Herzstiftung finden Sie viele hilfreiche Informationen, egal ob zur Anatomie unseres Herzens, zu Präventionsmaßnahmen, zur richtigen Ernährungsweise oder zur aktuellen Forschungslage. Auch speziell entwickelte Kochbücher für eine herzgesunde Ernährung sind dort erhältlich.
Gibt es gesunde Fette?
Für die Herzgesundheit kommt es nicht nur darauf an, wie viel Fett wir zu uns nehmen, sondern vor allem auf die Qualität. Blutfette wie das LDL-Cholesterin stehen mit Ablagerungen in den Gefäßen in Verbindung. LDL-Cholesterin wird besonders durch gesättigte Fette erhöht. Deshalb lohnt es sich, häufiger zu Lebensmitteln mit ungesättigten Fettsäuren zu greifen. Sie stecken zum Beispiel in pflanzlichen Ölen, Nüssen, Samen, Avocado und Seefisch. Wer gesättigte Fette aus Wurst, Butter oder stark verarbeiteten Produkten nach und nach reduziert, tut damit seinem Herzen etwas Gutes.
Ballaststoffreiche Lebensmittel bevorzugen
Nicht nur Fette, sondern auch die Wahl der Kohlenhydrate spielt für die Herzgesundheit eine wichtige Rolle. Empfehlenswert sind vor allem ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Haferflocken oder Hülsenfrüchte. Sie halten länger satt, unterstützen die Verdauung und können außerdem dabei helfen, überschüssiges Cholesterin im Körper zu binden. Cholesterin ist zwar grundsätzlich wichtig, weil der Körper es unter anderem für den Aufbau von Zellwänden benötigt. Auf Dauer kann ein zu hoher Cholesterinspiegel das Herz-Kreislauf-System jedoch belasten, da sich Ablagerungen in den Gefäßen bilden können. Deshalb lohnt es sich, bei Getreideprodukten möglichst oft zur Vollkornvariante zu greifen.
Vielfältige Gewürze anstelle von Salz verwenden
Inzwischen weiß man, dass ein zu hoher Salzkonsum ein großer Risikofaktor für Bluthochdruck ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich nur circa 6 Gramm Speisesalz zu sich zu nehmen. Oft vergisst man dabei, dass auch in Brot, Käse, Wurst, Fertiggerichten und Snacks schon viel Salz enthalten ist. Daher empfiehlt es sich, immer zuerst vorsichtig zu salzen und zu probieren, bevor nachgesalzen wird. Auch das Verwenden von unterschiedlichen frischen Kräutern, Gewürzen und Knoblauch kann dabei helfen, den Salzkonsum zu reduzieren, ohne auf Geschmack zu verzichten.
Mediterrane Ernährung zum Vorbild nehmen
Dass eine mediterrane Ernährung, auch „Mittelmeerdiät“ genannt, dem Herzen guttut, ist durch zahlreiche Studien belegt. Von Fachleuten, so auch von der Deutschen Herzstiftung, wird sie als besonders herzfreundliche Ernährungsweise empfohlen. Das zeigt auch, dass eine herzgesunde Ernährung wenig mit Verzicht zu tun hat. Die Menschen im Mittelmeerraum erkranken seltener an der koronaren Herzkrankheit, da bei ihnen viele frische und unverarbeitete Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen. Es gibt reichlich Gemüse, frisches Obst, Salate, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Insbesondere Fisch und gesundes Olivenöl tragen einen großen Teil zu einer herzgesunden Ernährungsweise bei. Wurst, schwere Fleischgerichte und stark verarbeitete Lebensmittel machen nur einen sehr kleinen Teil der Ernährungsgewohnheiten aus. Deshalb heißt „Mittelmeerdiät“ natürlich auch nicht jeden Tag Pasta und Pizza, sondern eine vielfältige Mischung aus frischen, am besten saisonalen Lebensmitteln.
Wussten Sie schon?
Menschen, die an chronischen Erkrankungen wie der koronaren Herzkrankheit leiden, unterstützt die vivida bkk mit den sogenannten Disease-Management-Programmen (DMP). Das Ziel der Programme ist es, alle an der Behandlung beteiligten Akteure optimal aufeinander abzustimmen. Weitere Informationen finden Sie unter www.vividabkk.de/dmp

